Flirten necken

Sie sagt: „Bei 70 Prozent aller Anfragen geht es nur um Sex.“Die Mutter eines minderjährigen Sohnes ist nicht verzweifelt auf der Suche, als sie sich 2015 erst bei Lovoo und später bei Tinder anmeldet. Kathrin ist ohnehin keine Frau, die sich so leicht unterkriegen lässt.

„Man muss das Daten mit Lockerheit und Leichtigkeit nehmen und auch mal über Anfragen lachen können, das habe ich schnell gemerkt.“Ein großer Lacher war beispielsweise ein Treffen mit einem 60er-Fan.

Regionale Zahlen gibt das amerikanische Unternehmen nicht heraus.

Mit einem sogenannten Swipe, bei dem der Nutzer auf dem Handy nach rechts streicht, wenn ihm ein vorgeschlagener Mann oder eine Frau gefällt, knüpft er sofort Kontakt (wie die App genau funktioniert, lesen Sie unten).

Ob die Suche nach der Liebe per App aber tatsächlich so einfach läuft?

Immer, wenn ihm sein Arbeitsgerät eine kurze Pause aufzwingt, greift er auch heute noch zum Handy und beginnt mit dem rechten Daumen routiniert und schnell zu wischen: Etwa vier mal links, dann einmal rechts, und wieder öfters links.

Wenn sich Mann und Frau beide gefallen – also beide nach rechts gewischt haben – kommt es zu einem sogenannten Match: einem Date steht nichts mehr im Weg.

Pro Tag finden sich 26 Millionen Matches auf Tinder weltweit, bis heute beläuft sich die Anzahl der Gesamt-Matches auf über 11 Milliarden.

Die Chance auf die große Liebe liegt bei Tinder wahrscheinlich immerhin höher als bei „6 aus 49“ mit „eins zu 139.838.160“ für den Sechser mit Sonderzahl. Du und Petra steht aufeinander.“ Meine Optionen lauten jetzt: „Nachricht senden“ oder „Weitersuchen“. Nur wenn die bis zu fünf Profilbilder und der Text darunter sehr viel versprechen, geht’s gleich mit dem Match-Chat los.

Petra hat mich im Herbst 2016 wie so viele Tinderinnen damit verblüfft, dass ich in Nullkommanix ihre Handynummer hatte.

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